Geschwindigkeitsbestimmungen
Nach einem Verkehrsunfall stellt sich häufig die Frage „Wer war wie schnell?“ In diesem Zusammenhang sind die Kollisionsgeschwindigkeit und die Vorbremsgeschwindigkeit entscheidungsrelevante Größen. Durch Anwendung physikalischer Gesetzmäßigkeiten werden mittels Rechen- und Simulationsprogrammen die gefragten Größen ermittelt. Dabei werden die vorliegenden Unfallunterlagen, Unfallskizze, Bremsspurlänge, Fotos, Zeugenaussagen etc. zugrunde gelegt. Das Ingenieurbüro Roos verwendet die neuste Version des Rechenprogramms PC Crash. Bei unzureichenden Anknüpfungsinformationen können die Geschwindigkeiten anhand der Fahrzeugbeschädigungen und vergleichbarer Versuchsdaten eingegrenzt werden. Das Ingenieurbüro Roos hat Zugang zu umfangreichen Versuchsdatenbanken.

Weg-Zeit-Betrachtungen
Der Ablauf eines Verkehrsunfalls lässt sich grob in drei Phasen einteilen: Vor-Crash-Phase, Kollisionsphase und Nach-Crash-Phase. Die Vor-Crash-Phase beinhaltet sämtliche Vorgänge, die zeitlich vor dem ersten Kontakt der Fahrzeuge liegen. Bei rechtlichen Beurteilungen eines Unfalls ist diese Phase von großem Interesse. Weg-Zeit-Betrachtungen sind die Basis für die juristische Beurteilung der Frage, ob sich der Verkehrsteilnehmer richtig oder falsch verhalten hat. Dazu werden die Bewegungsvorgänge der Unfallbeteiligten in der Vor-Crash-Phase miteinander in Beziehung gesetzt und in einem Weg-Zeit-Diagramm dargestellt. Das Weg-Zeit-Diagramm spiegelt die räumliche und zeitliche Entwicklung des Unfalls wider.

Vermeidbarkeitsuntersuchungen
Bei Untersuchungen der Unfallvermeidbarkeit unterscheidet man zwei Begriffe: die räumliche und die zeitliche Vermeidbarkeit. Bei Betrachtung der räumlichen Vermeidbarkeit wird untersucht, ob es einem Unfallbeteiligten gelungen wäre, sein Fahrzeug bei Einhaltung der zulässigen Geschwindigkeit noch vor dem Kollisionsort zum Stillstand zu bringen.
Die zeitliche Vermeidbarkeitsbetrachtung untersucht, wie viel später der Unfallbeteiligte am Kollisionsort angekommen wäre, wenn er die zulässige Geschwindigkeit eingehalten hätte. Diese Untersuchung beantwortet die Frage, ob der Unfallgegner durch den erzielten Zeitgewinn den Gefahrenbereich hätte verlassen können.
Grundlage einer aussagekräftigen Vermeidbarkeitsuntersuchung ist die Weg-Zeit-Betrachtung.